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Schutzengel, Murphys Gesetz und die Frage nach der richtigen Ausrüstung

Kinder und Betrunkene haben einen Schutzengel. Und Wanderer auf unbekanntem Boden, möchte ich aus eigener Erfahrung hinzufügen. Sich nur darauf zu verlassen, hieße jedoch zu viel hoffen, denn andererseits kennen wir alle das Murphy'sche Gesetz, das zu jeder Zeit und an jedem Ort im Universum gilt, und das da lautet:

Alles was schief gehen kann, geht auch schief.

Womit wir bei der Frage nach der richtigen Ausrüstung wären. Nicht nur bei Barfuß-Trecks durch Tibet, sondern auch auf heimischen Boden droht nämlich bisweilen Ungemach!

Ob man teure Markenartikel oder Discounter-Angebote nimmt, ist letztlich eine Geschmacksfrage. Meine Philosophie ist, an der Ausrüstung niemals zu sparen, sondern immer robuste und gut verarbeitete Markenartikel zu kaufen, und zwar beim Fachhändler.
 
Folgende Gegenstände braucht man mehr oder weniger dringend beim Wandern:
  


 

 

Wanderstiefel

Beim Kauf ist zu beachten, dass man Wanderstiefel nicht einlaufen kann. Dieses Material gibt nicht nach. Wenn sich in der ersten Zeit ein gewisser Anpassungsprozess vollzieht, so sind es eher die Füße, die sich dem Schuhwerk anpassen, als umgekehrt. Das bedeutet, die Stiefel müssen beim ersten Anprobieren gut passen. Es empfiehlt sich, beim Anprobieren dicke Socken anzuziehen, um diesbezüglich später keine Überraschungen zu erleben.
 

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Trekkingsandalen

Im Sommer hat man schnell geschwollene Füße, und dann sind Wanderstiefel eine Qual. Trekkingsandalen sind deshalb eine sinnvolle Alternative. Allerdings sind sie bei weitem nicht so trittsicher, und bieten vor Dornen und Insekten keinen Schutz. Letztere stechen aber besonders gerne in die Füße. Socken in den Sandalen anzuziehen, hält die Quälgeister übrigens auch nicht ab - mal ganz abgesehen davon, wie das aussieht! Bleibt nur, die Füße gut mit einem Insektenschutzmittel einzureiben. In schwierigem Gelände sind Wanderstiefel aber ein absolutes Muss, koste es was es wolle.
  

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Wandersocken

Wofür man spezielle Wandersocken braucht, mag der eine oder andere nicht einsehen. Ich bin aber jedenfalls der Meinung, man braucht sie. Solche Socken sind an den druckgefährdeten Stellen besonders gepolstert, und sie sind ohne Nähte gearbeitet, so dass nichts am Fuß scheuern kann.
  

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Rucksack

Für den Anfang, d. h. wenn man erst mal testen will, ob Wandern überhaupt was für einen ist, genügt ein ganz normaler Rucksack, der Proviant, Wasser und ein bisschen Kleinkram fasst. Mit der Zeit wird allerdings der Wunsch nach mehr wach. Im Fachhandel gibt es Wanderrucksäcke in allen möglichen Varianten und für jeglichen Zweck. Wichtig ist, dass im Rucksack nichts hin und her fliegt oder bei jedem Schritt gluckert oder klappert, das raubt einem den letzten Nerv. Daher sollte der Rucksack im Innern in mehrere Fächer unterteilt sein. Bewährt haben sich auch außen am Rucksack angebrachte Netztäschchen mit Gummizug, in denen man zum Beispiel Flaschen verstauen kann. Diese fliegen dann nicht im Rucksack rum, und man kann sie zur Hand nehmen, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen. Wichtig ist außerdem die Rückenpolsterung. Es gibt auch Rucksäcke, die durch ein Metallgitter ein Stück weit vom Rücken entfernt gehalten werden, so dass man darunter nicht so schwitzt. Dem Vernehmen nach soll das ganz prima sein. Eine verstärkte Rückenwand halte ich aber auf jeden Fall für sinnvoll. So können kantige Gegenstände nicht so schnell Druck auf den Rucken ausüben. Ich würde mich im Fachgeschäft beraten lassen, welcher Rucksack für meine Zwecke zu empfehlen ist. Den "einen für alles" gibt es aber nicht, wer ein breites Spektrum an Aktivitäten hat, braucht halt mehrere.
  

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Goretex, Fleece & Co.: Die Kleidung

Das Schild "100 % Polyester" hätte mich früher veranlasst, ein Kleidungsstück ganz schnell wieder wegzuhängen. Die heutigen High-Tech-Materialien sind jedoch von hervorragender Qualität, und herkömmlichen Materialien wie Baumwolle eindeutig überlegen. Man schwitzt nicht drin (jedenfalls nicht mehr als in Baumwolle oder ähnlichem), Goretex und verwandte, zum Teil noch weiter optimierte Materialien weisen Wasser und Wind ab, Fleece hält schön warm. Allen gemeinsam ist überdies, dass sie federleicht sind und sehr schnell trocknen. Man hüte sich allerdings vor Nachahmerprodukten, die auch irgendwie auf " tex" enden. Im Zweifel das Kleidungsstück anprobieren und ein paar Minuten an behalten. Wenn man das Gefühl hat, sich in einer Ein-Personen-Sauna zu befinden: Weg damit. Das liegt nicht an der Hitze im Geschäft.

Einen Haken haben die High-Tech-Materialien allerdings: Man benötigt spezielle Wasch- und Imprägniermittel dafür, und die sind nicht gerade billig. Es gilt aber die Devise "Wer A sagt, muss auch B sagen", denn bereits durch eine einzige Wäsche mit herkömmlichem Waschmittel verliert Goretex deutlich von seinen wasserabweisenden Eigenschaften!

Vielleicht sollte man sich auch ein paar Gedanken über die Farben machen, in denen man sich die Kleidungsstücke zulegt. Grelle Farben sieht man im Gelände gut, das ist natürlich eine Binsenweisheit. Wenn einer also wirklich mal mit gebrochenem Bein im Graben liegt - und gemäß Murphy's Gesetz passiert das am ehesten dann, wenn er sich in einer einsamen Gegend verirrt hat - erleichtert es die Arbeit der Hilfskräfte ungemein, wenn sie nur nach dem Leuchtkeks suchen müssen. Ob es im jeweiligen Wandergebiet erforderlich ist, die Möglichkeit einer Hubschrauber-Suchaktion zu bedenken, sei der Einschätzung des Einzelnen überlassen. Die auffällige Kleidung bewirkt dann aber, dass man auch dann schon von weitem gesehen wird, wenn man es gar nicht will. Die Verfolgung durch Schwiegermutter, osteuropäische Inkassounternehmer usw. wird dadurch sehr vereinfacht.

Meiner Meinung nach hat man den Gefahrenpotentialen einfachen Geländes Genüge getan, wenn man irgendein etwas auffälliger gefärbtes Kleidungsstück (Pulli, T-Shirt) trägt. Jacke und Hose würde ich aber in gedeckten Farben wählen. Für den Fall der Fälle hat man immer noch Handy, Taschenlampe oder Stirnlampe bzw. Kompass, Trillerpfeife und Reflektor, um auf sich aufmerksam zu machen.

Aber ob nun bunt oder Tarnfarbe: Rein vom Praktischen her macht es das Leben leichter, wenn man die Farben so wählt, dass man die ganze Montur "tutti completti" in die Waschmaschine stecken kann.
 

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Treckingtuch

Ein Treckingtuch ist wie ein langgezogener Stoff-Schlauch gearbeitet. Man kann es als Halstuch tragen, das den unschätzbaren Vorteil hat, niemals zu verrutschen, als Stirnband, oder wie ein Seeräuber-Kopftuch, bei Bedarf auch so lang in den Nacken gezogen, dass es diesen vor der Sonne schützt. Sieht aus wie ein modisches “Must-have” für total coole Outdoor-Typen (für mich lange Zeit Grund genug, es nicht zu kaufen) ... und stellt sich in der Praxis als überaus nützlich heraus, wenn auch um den Preis, dass man dem Indiana-Jones-Einheitslook ein Stück näher gekommen ist.
  

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Regencape

Ein Regencape sollte auf jeden Fall so geräumig sein, dass auch der Rucksack mit drunter passt und man viel Bewegungsfreiheit hat. Es sollte vorne etwas kürzer sein, um beim Aufstieg in steilem Gelände nicht zur Stolperfalle zu werden. Für besonders große Rucksäcke kann man auch spezielle Regencapes kaufen, die am Rücken eine Art Ausbuchtung haben, in die selbst der größte Trekkingrucksack reinpasst. Wer nur einen normalen Wanderrucksack trägt, braucht so was aber nicht. Auch wenn wir bekanntlich nicht aus Zucker sind: Der Inhalt des Rucksacks könnte es aber eventuell doch sein, und was vielen erst im strömenden Regen klar wird: die meisten Rucksäcke sind nicht wasserdicht! Darin verstaute Landkarten zum Beispiel auch nicht, von Handys ganz zu schweigen. Aber auch nasse Hosenbeine und voll Wasser gelaufene Stiefel brauche ich nicht, deshalb spricht aus meiner Sicht alles für ein Regencape. Zusammengerollt ist es recht handlich und wiegt nicht allzu viel. Es gibt zwar auch Regenschutzhüllen für Rucksäcke, die man mittels eines Gummizugs wie eine Badekappe darüber zieht. Wasser, das zwischen Rucksack und Rücken lauft, halten diese jedoch auch nicht ab.
  

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Iso-Matte

Es gibt ca. 1 mm dicke Reflektorfolien für Autoscheiben zu kaufen, mit denen ein übermäßiges Aufheizen des abgestellten Autos durch Sonneneinstrahlung verhindert werden soll. Diese Folien eignen sich auch ganz ausgezeichnet als Sitzunterlage für unterwegs, weil sie wie eine dünne Iso-Matte wirken. Sie nehmen es auch nicht übel, wenn man einfach ein sitzflächengroßes Stück abschneidet, das man zusammengefaltet irgendwo im Rucksack verstauen kann. Wiegen tut es so gut wie nichts.
  

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Handy

Was man unbedingt dabei haben sollte, ist ein funktionstüchtiges Handy, und man achte darauf, dass der Akku aufgeladen und alle wichtigen Nummern entweder eingespeichert sind, oder man das Telefonbuch mit hat. Nur der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass ein Handy auch Empfang haben muss, was selbst in Wäldern von überschaubarer Größe manchmal nicht der Fall ist, und dass es nur dann unmittelbar was nutzt, wenn man auch weiß wo man ist (es sei denn, es handelt sich um ein GPS-Gerät).
  

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Taschenlampe oder Stirnlampe

Stirnlampe? Nun dreht sie durch, denkt jetzt vielleicht mancher Leser. Seit ich mich kürzlich jedoch in einem mir unbekannten großen Wald verlaufen habe und gerade noch vorm Einbruch der Dunkelheit hinaus fand, besitze ich eine Stirnlampe. Wenn man mit Karte und Kompass rumfuchtelt, hat man nämlich keine Hand mehr frei für eine Taschenlampe. Die meisten Stirnlampen haben LED-Leuchten, andere normale Taschenlampen-Glühbirnen. Ich habe mich getreu meinem Motto "Nie an der Ausrüstung sparen" für ein Modell entschieden, das beides hat. Die LED-Leuchten geben ein fahles, für meinen Geschmack weder allzu helles noch besonders weit reichendes Licht, sind jedoch sparsam im Verbrauch. Die Glühbirne ist hell wie eine starke Taschenlampe, verbraucht jedoch deutlich mehr Energie. Bei meinem Modell reichen die Batterien in diesem Modus bis zu vier Stunden, beim Betrieb mit LED-Leuchten bis zu sieben, acht Stunden.
  

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Wanderkarte

Die ist natürlich obligatorisch! Man hat mehr Zeit, auf die Natur zu achten, wenn man weiß, wo man ist ...
  

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Kartentasche

Es gibt Taschen für Wanderkarten, die man sich um den Hals hangen kann. Sie sind zumindest von vorne durchsichtig, so dass man die Karte nicht jedes Mal herausnehmen muss, und sie ist vor Nässe geschützt. Dass man die Karte aber auch aus anderen Gründen irgendwie festbinden sollte, habe ich gelernt, als ich mal einen Stapel gefällter Bäume als Sitzplatz für eine kleine Rast gewählt hatte. Die Karte legte ich neben mir ab ... und prompt rutschte sie zwischen die Baumstämme, wo ich sie nicht mehr herausbekam. Wer sich mit der um den Hals gehängten Kartentasche gar zu blöd vorkommt, kann diese zum Beispiel im oder am Rucksack befestigen.
  

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Kompass

Da die handelsüblichen Wanderkarten nicht die erforderlichen Gitternetzlinien aufweisen, ist es so eine Sache, damit nach Kompass gehen zu wollen. Mitnehmen sollte man ihn aber trotzdem, denn oftmals reicht schon logisches Denken, um anhand der Karte und markanter Punkte in der Umgebung festzustellen, wo man ist - vorausgesetzt, man kann wenigstens die Himmelsrichtungen ermitteln.
  

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Entfernungsmesser

Das sind diese Dinger, mit denen man auf einer Landkarte eine Strecke mit einem Rädchen nachvollziehen und dann von einer Skala die Kilometer ablesen kann. Natürlich unentbehrlich bei der Routenplanung, und auch für unterwegs ganz sinnvoll, wenn man zu denen gehört, die von der vorgesehenen Route schon mal abweichen.
  

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Höhenmesser

Ob man einen Höhenmesser braucht, hängt davon ab, ob die Landschaft überhaupt signifikante Höhenunterschiede aufweist, und die hoch gelegenen Punkte dürfen auch nicht alle gleich hoch sein! Der Messbereich geht meist bis 5000 oder 6000m, so dass Höhenunterschiede von einigen hundert Metern im Grunde Kleinkram sind. Die Messgenauigkeit beträgt 10m, bei manchen Geräten nur 20m. Es gibt mechanische und batteriebetriebene Höhenmesser, wobei ich persönlich immer mechanischen Geräten den Vorzug gebe, weil gemäß Murphy's Gesetz die Batterien immer dann leer sind, wenn man sie lebensnotwendig braucht. Mechanische Höhenmesser gibt es ab ca. 35 Euro, nach oben sind wie üblich fast keine Grenzen gesetzt. Die billigen Geräte haben mich aber nicht überzeugt, da man im Grunde nicht viel davon ablesen kann. Will man es richtig genau, dann ist man so mit 200 - 300 Euro dabei. Wer seine Zukunft klar im Wandersport sieht und langfristig nach Höherem strebt, kann sich aber ruhig schon mal einen Höhenmesser anschaffen und in durchschnittlichen Wandergebieten damit üben. Da das Gerät den Luftdruck misst, dieser aber aus verschiedenen Gründen schwanken kann, muss man es auch während der Wanderung ab und an zur Hand nehmen und nachjustieren, wenn man an einem Punkt ist, dessen Höhe man zweifelsfrei kennt. Wichtig ist, dass es eine Möglichkeit gibt, den momentanen Luftdruck festzuhalten (mittels einer Skala, die man entsprechend einstellen kann zum Beispiel). Verändert sich aufgrund eines Wetterumschwungs der Luftdruck, interpretiert das Gerat das nämlich als Höhenunterschied, auch wenn man sich gar nicht von der Stelle bewegt hat. Kleinere Messungenauigkeiten von bis zu 20, 30m sind aber trotz aller gegenteiligen Bemühungen nicht auszuschließen. Da das Gerät in regelmäßigen zeitlichen Abständen der Betreuung bedarf, kann man es leider auch nicht an sicherer Stelle im Rucksack versenken, um es nur im Bedarfsfall hervorzuholen, sondern muss es immer halbwegs griffbereit haben. Das ist nicht nur lästig, sondern birgt natürlich auch die Gefahr, dass das gute Stück zu Bruch geht. - Fazit: Das ist eine höhere Pflegestufe als Kompass & Co., denn damit der Höhenmesser einem als Orientierungshilfe dienen kann, muss man ihn bedienen, so lange man die Orientierung noch hat. Wenn es einen nicht in die Berge zieht, oder man nicht ständig neue Gebiete erkundet, die auch noch messbare Höhenunterschiede aufweisen, kann von echtem Bedarf für einen Höhenmesser meiner Meinung nach keine Rede sein. Nur um den Spieltrieb zu befriedigen, sollte ein preiswertes Gerät, meinetwegen auch batteriebetrieben, genügen; ob einem das allerdings im Bedarfsfall eine echte Hilfe ist, mag dahingestellt bleiben.
  

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Trillerpfeife

Es gibt im Fachhandel kleine Trillerpfeifen zu kaufen, die bequem am Schlüsselbund befestigt werden könnten. Auch diese wiegen so gut wie nichts, könnten sich aber in bestimmten Situationen als hilfreich erweisen, wenn man mal auf sich aufmerksam machen möchte.
  

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Reflektor

Da manche Landstraßen bedauerlicherweise keinen Fußgängerstreifen haben, macht es Sinn, einen Reflektor zumindest im Rucksack mitzuführen. Wer sowieso gerne auffällt, kann ihn zur dauerhaften Zierde außen am Rucksack befestigen. Alle anderen holen ihn erst raus, wenn sie im Dunkeln an einer gefährlichen Straße entlang gehen müssen.
  

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Reiseapotheke

Gel-Pflaster für Blasen sind das Beste, was man sich antun kann! Sie sind nicht ganz billig, aber die Anschaffung lohnt sich. Sie nehmen den Druck von der wundgelaufenen Stelle, so dass man den unschätzbaren Vorteil hat, selbst mit blutenden Blasen noch halbwegs schmerzfrei weiter wandern zu können (wobei der Weg trotzdem direkt nach Hause führen sollte). Insbesondere wer neue Wanderstiefel hat, sollte nicht ohne solche Blasenpflaster aus dem Haus gehen. Da sich das Pflaster mit der Haut verbindet und dann in einem mehrere Tage dauernden Prozess abheilt wie körpereigene Haut, sollte man die Stelle, auf die man es kleben will, vorher sorgfältig reinigen. Ich habe zu diesem Zweck Wundreinigungstücher, mit denen ich die Stelle erst desinfiziere.

Es gibt diese Blasenpflaster übrigens in verschiedenen Größen, nach denen man in der Apotheke ggf. fragen muss. Ein großes Gel-Pflaster kann man notfalls zwar so zuschneiden, dass es auch für den kleinen Zeh passt, jedoch haben diese Pflaster in der Mitte ihre dickste Stelle und werden zum Rand hin flacher, um den Druck optimal von der verletzten Stelle wegzunehmen. Durch Zuschneiden ruiniert man diesen Effekt zu einem Großteil.

Ein bisschen normales Heftpflaster dabei zu haben, ist auch keine schlechte Idee. Leicht blutende Kratzer holt man sich relativ schnell, und auch wenn diese eigentlich keiner Wundversorgung bedürfen, so habe ich doch entschieden was dagegen, dass sich Insekten darauf setzen. Also: Pflaster drauf. Ein, zwei antiseptische Wundreinigungstücher kann man einzeln verpackt mitnehmen, sie wiegen nichts. Von daher spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, sie dabei zu haben, und beim Auflegen eines Blasenpflasters kann man sie sogar gebrauchen.

Ebenfalls recht nützlich ist eine Pinzette, um Dornen oder ähnliches aus der Haut ziehen zu können. In der Zeckensaison (März bis Oktober) ist zudem eine Zeckenzange gut, oder man nimmt halt immer die Zeckenzange mit, und schenkt sich die Pinzette.

Ansonsten bleibt es der persönlichen Einschätzung überlassen, was man an Medikamenten, Verbandmaterial und dergleichen mitnehmen mochte. Bei längerem Aufenthalt in winterlich-trockener Luft sollte man Haut- und Lippenpflege-Produkte in Erwägung ziehen, und auch ein Nasenspray ist dann oft hilfreich - aber bitte nur ein harmloses, das der Befeuchtung, nicht dem Abschwellen der Schleimhäute dient.

Im Fachgeschäft gibt es auch handliche Erste-Hilfe-Sets fertig zu kaufen.
  

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Wo kriegt man das alles, und noch viel mehr?

Vorab: Dies ist keine kommerzielle Seite. Ich gebe meine persönliche Erfahrung wieder, und kriege dafür gar nix. Nicht mal 'nen Einkaufsgutschein. Nicht mal 'nen Kaffee!

Wenn ich Fachgeschäft sage, meine ich immer Globetrotter. Dummerweise haben die nur wenige Filialen in Deutschland, aber es gibt einen Online-Shop unter www.globetrotter.de, und man kann sich den Katalog zuschicken lassen. Globetrotter hat die größte Auswahl, und ich persönlich habe noch nie was anderes als hochwertige Markenartikel entdeckt. (Okay, ich kann nur das Wander- und Camping-Sortiment beurteilen.)

Das Verkaufspersonal ist erfreulich fachkundig, und ich habe schon öfters erlebt, dass die Verkäufer sich genau schildern ließen, zu welchem Zweck ich etwas brauchte, und mir dann ohne zu zögern auch den billigsten Artikel des ganzen Sortiments empfahlen, wenn ich etwas anspruchsvolleres definitiv nicht brauchte. Billiger ist ein Artikel, wenn er weniger Funktionen hat (ich brauche nicht den gleichen Kompass wie Reinhold Messner am Südpol), aber die Qualität leidet keinesfalls darunter. Nachahmerprodukte von minderer Qualität habe ich bei Globetrotter noch nie gesehen.
  

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Stichworte zum Inhalt: Fleece, Goretex, Kompass, Regencape, Rucksack, Schutzkleidung, Trekking, Wanderausrüstung, Wanderer, wandern, Wanderkarte, Wanderrucksack, Wanderstiefel, Wanderstock.